Die Schweiz brannte zum zweiten Mal

15.11.2016

Die Schweiz brannte zum zweiten Mal

Am vergangenen Samstag haben 42 Brennereien aus allen Regionen der Schweiz ihre Tore geöffnet und dem Publikum ihr Handwerk gezeigt. Die Besucher konnten den Brennern über die Schultern schauen und dabei erleben, wie edelste Brände entstehen.

Wenn die Schweiz brennt, strömen die Menschen in Scharen in die Brennereien und lassen sich von einem altehrwürdigen Handwerk begeistern. Das Publikum konnte hautnah erleben, wie edelste Schweizer Brände entstehen und gleichzeitig kulinarische Köstlichkeiten geniessen. Ob Treberwürste, Kirschnudeln, Braten aus dem Brennhafen, Kirschfondue oder Schokoladenspezialitäten, die Angebote waren vielseitig und einzigartig. Der Schweizer Obstverband und der Schweizer Spirituosenverband führten den Anlass zusammen mit den Schweizer Brennereien zum zweiten Mal durch. Die Organisationen und die beteiligten Brennereien sind sehr zufrieden. Der Publikumsaufmarsch übertraf die Erwartungen.

«Schauen dass wir nicht vergessen gehen»

Hansruedi Wirz zeigte sich erfreut über das grosse Interesse der Besucher, welche seine Brennerei in Reigoldswil (BL) besuchten. Insbesondre freute er sich über die neuen Gesichter, die sich für das Handwerk Brennen interessierten. Er machte dieses Jahr erstmals mit bei dieser Aktion. «Wir möchten uns mit dem Nationalen Brennertag bemerkbar machen und den Konsumenten unsere Spezialitäten zeigen. Die trendigen Produkte sind zu dominant und wir müssen schauen, dass die Obstbrände, unsere traditionellen Spezialitäten, wir nicht vergessen gehen», so Wirz. Auch Nationalrätin Sandra Sollberger geniesst die gemütliche Stimmung in der Brennerei: «Mir ist es wichtig zu sehen, wie Produkte hergestellt werden die ich konsumiere und bei diesen Spirituosen spürt man das Engagement und das Herzblut des Brenners». Überall traf man auf begeisterte Besucher, die es schlicht genial fanden, die Welt der Schweizer Brände zu entdecken.

Brennen hat Tradition

Seit Jahrhunderten werden in der Schweiz in gewerblichen Betrieben und auf Bauernhöfen Destillate gebrannt. Die Kultur des Brennens hat sich im Laufe der Zeit weiter entwickelt. Was im Volksmund früher meist einfach nur Schnaps genannt wurde, ist in Tat und Wahrheit heute ein edles Kunstwerk; ein Edelbrand eben. Die Marktposition des Fruchtbrandes hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre verändert. Seit der Marktliberalisierung wird der Schweizer Markt mit billigen ausländischen Produkten überschwemmt. Zahlreiche Traditionsbrennereien mussten schliessen, seltene Obstsorten sind gefährdet und, was nicht zu unterschätzen ist, ein Schweizer Kulturgut droht zu verschwinden. Mit «Die Schweiz brennt» wollen die Verantwortlichen die Schweizer Brände bei den Konsumenten wieder bekannter machen und die Lust auf ein edles Schweizer Kulturgut steigern. Tradition, Vielfalt, Feinheit, guter Geschmack und Präzision spielen bei der Destillation eine entscheidende Rolle. Es sind gute Schweizer Werte, die unsere Edelbrände ausmachen. Jede Region hat ihre eigenen Früchte und Kräuter und ist damit unverwechselbar. Diese Werte wollte man dem Publikum demonstrieren.
Die Aktion wird in den kommenden Jahren wiederholt. Ziel ist es, dass der zweite Samstag im November zu einem festen Wert in der Agenda der genussorientierten Menschen und Spirituoseninteressierten wird.

Auf der Webseite www.die-schweiz-brennt.ch finden Sie weitere interessante Informationen mit Portraits der Brennereien. Bilder zum Anlass finden Sie auf www.flickr.com/photos/swissfruit

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