Für jeden Geschmack gibt es Schweizer Birnen

23.10.2017

Für jeden Geschmack gibt es Schweizer Birnen

Die Birne ist die zweitwichtigste einheimische Frucht. Wenige, sehr alte Sorten beherrschen den Markt. Birnen sind eine kalorienarme Delikatesse, die sich nicht nur frisch konsumieren, sondern vielseitig in der Küche einsetzen lassen.

Alte Birnensorten dominieren

Birnen stammen aus Eurasien und gehören zu den ältesten kultivierten Obstbäumen. Die Römer entdeckten die köstliche Delikatesse und brachten sie nach Europa. Doch erst unter dem französischen König Ludwig XIV. kam die Frucht zu Ruhm. Der Sonnenkönig liebte Birnen und löste so eine rege Züchtungsarbeit aus. Noch immer stehen uralte Birnenbäume im Garten des Schlosses Versailles. Heute gibt es weltweit zirka 1500 Sorten. Im Handel ist das Birnensortiment aber bescheiden: Nur rund ein Dutzend Sorten werden in grösseren Mengen verkauft. Erstaunlicherweise dominieren althergebrachte Züchtungen den Birnenmarkt. Ein Überblick zu den wichtigsten Sorten:

Williams

Die Sorte Williams ist vor allem im Wallis sehr verbreitet und hat von allen Birnen die grösste wirtschaftliche Bedeutung. Sie wurde nach dem Engländer benannt, der sie im 18. Jahrhundert verbreitete.

  • Eigenschaften: Mittelgrosse, grünliche bis goldgelbe Frucht mit saftig-schmelzendem Fruchtfleisch von typischem Geschmack. Sie eignet sich als Tafelfrucht, für die Konservenindustrie, zum Dörren und für Branntwein.
  • Ernte und Lagerung: Williams wird von Mitte August bis Anfang September geerntet. Im Kühllager kann sie bis Mitte Oktober in einem speziellen Lager mit kontrollierter Atmosphäre bis Mitte Dezember gelagert werden.

Conférence

Die Sorte Conférence wurde ebenfalls in Grossbritannien verbreitet und gelangte 1894 in die Schweiz.

  • Eigenschaften: Flaschenförmige Birne von grüner Farbe mit einer braunen Berostung. Das Fruchtfleisch ist süssschmelzend und wird kaum braun, wenn es aufgeschnitten ist. Bei Vollreife wird es schnell teigig. Die Sorte eignet sich für den Frischkonsum und zum Dörren.
  • Ernte und Lagerung: Conférence reift im Monat September. Im Kühllager kann sie bis Januar in einem speziellen Lager mit kontrollierter Atmosphäre bis April gelagert werden.

Kaiser Alexander

Die Sorte Kaiser Alexander ist ein Zufallssämling, der 1793 in Frankreich entdeckt worden ist.

  • Eigenschaften: Flaschenförmige Birne mit zimtfarbener Berostung. Das Fruchtfleisch ist halbschmelzend, süss mit würzigem Aroma. Die Sorte eignet sich für Frischkonsum und als Dessertfrucht. Für Nasskonserven wird sie nicht empfohlen, da sich das Fruchtfleisch bräunlich verfärbt.
  • Ernte und Lagerung: Kaiser Alexander reift von Mitte September bis Mitte Oktober und kann im Kühllager bis Ende Januar in einem speziellen Lager mit kontrollierter Atmosphäre bis April gelagert werden.

Gute Luise

Auch die Sorte Gute Luise entspringt einem Zufallssämling, auf den man im Jahr 1778 in Frankreich aufmerksam geworden ist.

  • Eigenschaften: Mittelgrosse Birne mit gelbgrüner Deckfarbe und roten Backen. Das Fruchtfleisch ist schmelzend und saftig mit typischem Aroma. Gute Luise eignet sich für Frischkonsum, aber auch zum Dörren.
  • Ernte und Lagerung: Gute Luise reift im Monat September. Im Kühllager kann sie bis Januar in einem speziellen Lager mit kontrollierter Atmosphäre bis März gelagert werden.

Tipps und Tricks rund um die Birne

  • Birnen werden nicht ess-, sondern pflückreif mit grünlicher Schale und hartem Fleisch verkauft. Sie reifen jedoch schnell nach und erreichen nach wenigen Tagen bei Zimmertemperatur Genussreife und ihr volles Aroma.
  • Um eine schnelle Reifung zu vermeiden, können Birnen im Kühlschrank gelagert werden.
  • Birnen sollten nicht kalt gegessen werden, weil dann ihr Aroma nicht zur Geltung kommt.
  • Birnen eignen sich gut zum traditionellen Einmachen im Zuckersirup und zum Dörren. Tiefgefrieren hingegen ist nicht empfehlenswert.
  • Birnen sind druckempfindliche, delikate Früchte und sollten beim Einkauf und Lagern dementsprechend sorgfältig behandelt werden.
  • Birnen werden an der Luft schnell braun. Zitronensaft verhindert dieses „Oxidieren“.
  • Kerne und Schale der Birne enthalten Pektin und können zum Eindicken von Saucen verwendet werden.
  • Gekochte Birnen sind sehr leicht verdaulich und gelten als darmreinigend. Durch ihren hohen Wasser- und Kaliumgehalt sind sie hilfreich bei Blasen- und Nierenproblemen.
  • Linienbewusste schätzen den niedrigen Kaloriengehalt. Pro 100 g essbarem Anteil hat die Birne lediglich 55 Kcal.

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