Nach der Ernte ist vor der Ernte

16.02.2017

Nach der Ernte ist vor der Ernte

Die Fruchternte ist für jeden Obstfachmann und jede Obstfachfrau das Highlight des Jahres. Auch wenn die Ernte viel Arbeit mit sich bringt, ist sie eine schöne Zeit, da endlich die Früchte der Arbeit eingefahren werden können. Doch was passiert nach der Ernte? Welche Arbeiten stehen an bis zum erneuten Austrieb der Obstbäume?

Im Winter beginnt die Saison

Auch wenn die Natur im Winter eine Ruhepause einlegt, gilt dies nicht für die Obstfachmänner. Sie legen alles daran, dass ihre Obstbäume fit sind für die nächste Saison.
Es warten mehrere Millionen Apfel-, Birnen-, Kirschen-, Aprikosen- oder Zwetschgenbäume darauf geschnitten zu werden. Auch ersetzen die Produzenten im Winter alte Obstanlagen durch neue. Es werden Maschinen repariert und gewartet oder es wird Kompost und Mist ausgebracht.

Neupflanzung

Das Ersetzen von alten Obstbäumen ist existentiell. Nach rund 20 Jahren sinkt die Qualität der Früchte und es wird immer schwieriger den gewünschten Ertrag zu erreichen. Deshalb müssen die alten Bäume gerodet und neue gepflanzt werden. Bei der Pflanzung ist die Auswahl der richtigen Sorte entscheidend. Dabei müssen Faktoren wie der Markt, die Farbe, der Geschmack oder der Wuchs beachtet werden. Oft muss bei einer Neupflanzung auch der Witterungsschutz erneuert werden. Hagelnetze können zerreissen und müssen ersetzt werden. Pfähle können faulen und müssen neu geschlagen werden. Drähte können rosten und müssen neu eingezogen werden.

Der Winterschnitt

Die wichtigste Arbeit im Winter ist sicherlich der Baumschnitt. Mit dem Schnitt legt der Obstfachmann die Grundlage für ein weiteres, ertragreiches Früchtejahr. Dabei muss er mit Vorsicht vorgehen, da jeder einzelne Schnitt eine Wachstumsreaktion des Baumes hervorruft.

Er entfernt zu starke Triebe, um Platz und Licht für die Früchte zu schaffen oder er schneidet zu schwache Triebe an um das Wachstum anzuregen. Das Ziel ist ein Gleichgewicht zwischen Triebwachstum und Fruchtansatz (Anzahl Blüten) zu erreichen. Fällt der Baum aus diesem Gleichgewicht heraus, verfällt er in die sogenannte Alternanz. Alternierende Bäume bringen im einen Jahr einen sehr grossen, qualitativ schlechten Fruchtertrag und im nächsten Jahr einen sehr kleinen Ertrag. Beides ist für die Obstfachfrau nicht attraktiv und deshalb setzt sie alles daran, die Bäume im Gleichgewicht zu halten.

Mit Kompost die Bodengesundheit stärken

Häufig setzen Obstproduzenten Kompost oder Mist als Teil der Düngung ein. Dieser wird meist im Winter ausgebracht, da er etwas Zeit benötigt, bis die gewünschten Nährstoffe für die Pflanze verfügbar sind. Die Nährstoffe im Kompost sind jedoch nicht der einzige Grund weshalb er eingesetzt wird. Mikroorganismen stärken die Bodengesundheit und diese hat wiederum einen positiven Einfluss auf die Gesundheit der Pflanzen.

Auch bleibt im Winter noch Zeit um Reparaturen durchzuführen oder die Buchhaltung abzuschliessen.


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