Zwischen Sündenfall und Weltherrschaft

08.09.2017

Zwischen Sündenfall und Weltherrschaft

So ist es gewesen: Tells Geschoss durchbohrte den Apfel, seit jeher das Symbol für Macht und Reichtum. Hätte er stattdessen seinen Sohn getroffen, wäre sein zweiter Pfeil für den tyrannischen Landvogt Gessler bestimmt gewesen.

Dramatisches mit einem Apfel ereignete sich aber bereits viel früher, als nämlich Eva den Adam dazu verführte, in die verbotene Frucht zu beissen. Gott vertrieb darauf hin Adam und Eva und mit ihnen die  ganze Menschheit aus dem Paradies. Die Bibel bezeichnet zwar die verbotene Frucht nicht namentlich als Apfel; diese Deutung wurde erst später gemacht. Malus, «das Böse» wird fortan der Apfel auf lateinisch genannt. Ein Stück seines folgenschweren Genusses blieb Adam im Hals stecken, daher haben die Männer den Adamsapfel.

Sinnlichkeit, Macht und weibliche Schönheit

Schon früh verbanden die Menschen mit den Äpfeln eine Symbolik des Lebens, der weiblichen Kraft und Fruchtbarkeit. Liebesgöttinnen wurden mit einem Korb voller Äpfel dargestellt, die Göttin Nemesis hielt einen Apfelzweig in der Hand. In Griechenland galt der Fruchtbarkeitsgott Dyonysos als Schöpfer des Apfelbaumes.
Für die Kelten war der Apfel Symbol für Tod und Wiedergeburt. Der sagenumwobene König Artus wurde laut der Artussage nach seiner Verwundung nach dem Kampf mit seinem verräterischen Neffen Mordred auf der Insel Avalon (verwandt mit der indogermanischen Wortwurzel aballo- für Apfel) gesund gepflegt. Von dort wird er irgendwann zurückkehren, denn gestorben ist er nicht, so verheisst es die Sage.
Im Mittelalter trugen Kaiser den Reichsapfel als Sinnbild für die Erde und die Weltherrschaft. Im fernen China steht der Apfel für Frieden und Eintracht, wird aber auch mit der weiblichen Schönheit assoziiert.

Für Physiker und Kinderherzen

Issac Newton, englischer Physiker, Astronom und Philosoph, soll wegen eines Apfels auf das Gesetz der Schwerkraft gestossen sein. Ihm fiel nämlich während eines Mittagsschlafes unter einem Apfelbaum eine der Früchte auf den Kopf.
Auch Kinderherzen fiebern bei Apfelgeschichten mit, wenn nämlich die böse Stiefmutter ihrer Stieftochter Schneewittchen nach dem Leben trachtet und die rote Seite des Apfels vergiftet. Oder die faule Pech-Marie den vollbehangenen Apfelbaum der Frau Holle trotz der Bitte «Rüttle mich, schüttle mich» links stehen liess. Nicht zuletzt ist auch die Samichlaus-Geschichte eng mit dem Apfel verbunden. Der Legende nach zog der heilige Nikolaus zur Weihnachtszeit dick vermummt durch Myra und legte vergoldete Äpfel und Nüsse vor die Hütten der Bedürftigen.

Mythen und Geschichten ranken sich also um den Apfel. Und heute ist der Apfel einfach die beliebteste Frucht der Schweizer. Und das ist kein Märchen.


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