Aprikosen, süss und edel

Die einen mögen die Aprikosen am liebsten frisch gegessen; andere als Dessert mit unzähligen Variationsmöglichkeiten, wieder andere als Aprikosenscheiben in einem Salat mit leicht säuerlicher Note. Als Hauptgericht schmecken Aprikosen mit Lamm und Reis besonders gut und machen sich gut zu Schweinebraten. Die Aprikose krönt jeden Frühstücktisch als feine Marmelade oder ein feines Essen als fruchtiger Edelbrand, dem «Abricotine». Getrocknet versüsst sie jede Pause und gibt neue Energie; in der Schule, bei der Arbeit oder in der Freizeit.

Die Anforderungsvolle

Die Aprikose stammt aus der Mandschurai und gelangte vermutlich mit den alten Römern nach Vorderasien und weiter in unsere Region. Die alten Römer nannten die Aprikose «malus praecox», die Frühreife. Die Aprikose hat hohe Anforderungen an das Klima. Sie blüht früh und mag Spätfröste gar nicht. Im Jahr 1838 wurden im Wallis erstmals Aprikosenbäume durch den Bauern Gabriel Luizet angebaut. Der Name des Pioniers ist in der Sorte «Luizet» verewigt, die bis 1990 ausschliesslich angebaut wurde. Luizet ist eine der aromatischsten Aprikosensorten überhaupt; leider ist sie sehr schlecht transportfähig.

Die orange Revolution im Wallis

Anfang der 1990-Jahre experimentierten Walliser Aprikosenproduzenten mit neuen Sorten. In Zusammenarbeit mit dem Kanton Wallis und eidgenössischen Stellen wurden Anbauversuche im Wallis durchgeführt und der Anbau von neuen Sorten gefördert. Das Ziel war dabei, die Erntespitze von Luizet zu brechen und die Angebotsspanne der Aprikosen zu verbreitern und eine bessere Qualität zu erreichen. Die «orange» Revolution ist geglückt. Heute sind die feinen und aromatischen Schweizer Aprikosen von Anfang Juli bis Ende August erhältlich.