Der Apfel in Zahlen und Fakten

16.09.2015

Der Apfel in Zahlen und Fakten

Der Schweizer Obstverband ist Weltrekordhalter. 1300 Apfelsorten aus der ganzen Welt hat er 2011 live vor Ort präsentiert. Genomisch kommt man in der Schweiz auf über 1000 Sorten. Anderes Wissenswertes rund um die beliebteste Schweizer Frucht haben wir für Sie in diesem Beitrag zusammengestellt.

Über 20 000 Apfelsorten gibt es weltweit. Die weltweite Sortenvielfalt des Apfels ist mit 20 000 an der Zahl beeindruckend. Es gibt Sorten, die eignen sich am besten als Tafeläpfel zum frisch essen. Aus anderen gibt es den besten Apfelsaft, feine Apfelringli oder andere Köstlichkeiten. Die Vielzahl der Sorten sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es einige wenige Sorten wie Gala, Golden, Braeburn und Jonagold sind, die überall auf der Welt den Schwerpunkt der Tafelobst-Erzeugung darstellen.

Gala ist mit 33 000 Tonnen Ernteertrag der beliebteste Apfel der Schweiz. Ebenfalls hoch im Kurs sind Golden Delicious mit 25 000 Tonnen und Braeburn mit 15 tausend Tonnen.

Alte Apfelsorten: Es gibt Sorten, von denen gibt es nur noch einzelne Bäume. Der Alant ist eine solche Sorte. 2014 wurde er von der Vereinigung zur Förderung alter Obstsorten zur Schweizer Obstsorte des Jahres erkoren. Er ist äussert robust und resistent gegen Feuerbrand. Da gibt es noch einen einzigen Baum im Kanton Bern. Der Alant wird jetzt in der natürlichen Zucht im Kampf gegen die Bakterienkrankheit Feuerbrand eingesetzt. Er wird dabei auf natürlich Weise mit anderen Sorten gekreuzt.

Neue Apfelsorten: Gala wurde 1934 gezüchtet und wird mancherorts zusammen mit Maigold, Idared, Gala und Elstar bei den neuen Sorten aufgeführt. Im engeren Sinne neu sind die sogenannten Clubsorten mit klingenden Namen wie Jazz oder Pink Lady. Bei der Züchtung von Clubsorten arbeiten Vermarkter und Produzenten eng zusammen. Das Ziel sind Äpfel, die sich erfolgreich am Markt behaupten und die resistent sind. Eine vielversprechende resistente Neuzüchtung ist beispielsweise die Sorte Topaz. Weil sie iresistent gegen verschiedene Krankheiten (z.B. Schorf) ist, eignet sie sich besonders für die biologische Produktion.

Lagersorten: Es gibt Frühsorten für den Sofortverbrauch, die nicht lagerfähig sind. Dazu gehören Gravensteiner, Primerouge und Summerred. Es gibt Herbstsorten, die bis zu 5 Monate lagerfähig sind. Dazu gehören Cox Orange, Elstar, Kidds, Orange, Rubinette. Und dann gibt es die Lagersorten, die bis zu einem Jahr in den Zellen lagerfähig sind. Lagersorten, das sind Boskoop, Braeburn, Gala, Golden Delicious und Jonagold. Dank modernster Lagerungstechniken sind Schweizer Äpfel das ganze Jahr über in den Läden verfügbar.

Thurgau, Wallis, Waadt: Die drei grössten Anbaugebiete Thurgau, Wallis und Waadt produzieren zusammen mehr als zwei Drittel der gesamten Apfelmenge von rund 140 000 Tonnen pro Jahr. St. Gallen, Zürich, Aargau, Luzern und Bern sind weitere Regionen mit grösseren Apfelkulturen.

142 000 Tonnen betrug die Apfelernte 2014 in der Schweiz. Über 100 000 davon werden jedes Jahr über den Handelskanal als Tafelware verkauft.

5441 Fussballfelder oder 3885 Hektar beträgt die aktuelle Apfelanbaufläche in der Schweiz.

15.8 Kilogramm: Die guten Nachricht an Gesundheitsminister Alain Berset: SchweizerInnen mögen Äpfel lieber als Schokolade. Wir sind nämlich ein Volk von Apfelessern. Im Sechsten Schweizerischen Ernährungsbericht wird der Pro-Kopf-Verbrauch mit 15.8 Kilogramm angegeben. An zweiter Stelle folgt die Banane mit 9.3 Kilo, gefolgt von den Tafeltrauben mit 4.5 Kilogramm. Und die Schokolade? Sie liegt mit 11.7 Kilo zwar auch nicht schlecht im Rennen aber Äpfel werden mehr konsumiert. Und die weniger gute Nachricht? Der Pro-Kopf-Verbrauch ist in den letzten 30 Jahren zurückgegangen. Dafür sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Tatsache ist aber, dass der Apfel nach wie vor die beliebteste Frucht der Schweizerinnen und Schweizer ist.

900 Obstproduzenten: In der Schweiz produzieren rund 900 Obstbaubetriebe Tafel- und Verarbeitungsäpfel nach den Richtlinien der Herkunftsmarke Suisse Garantie.

Niederstamm-Apfelbäume: Entgegen der weit verbreiteten Meinung werden Tafeläpfel heute praktisch ausschliesslich von Niederstamm-Apfelbäumen in Plantagen zu mehreren tausend Pflanzen geerntet. Obstproduzent Adrian Seeholzer aus Kleinwangen am idyllischen Baldeggersee: «Die Produktion von Obst auf kleinen Bäumen ist einfacher und sicherer. Zudem ist die Qualität der Früchte dank mehr Licht besser. Für viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten bieten auch kleine Bäume einen idealen Lebensraum.»

Export: Die Schweizer Obstwirtschaft ist auf den Binnenmarkt Schweiz ausgerichtet. 2014 wurden von insgesamt 142 000 Tonnen 1881 Tonnen Tafeläpfel exportiert. Exportiert werden Spezialsorten, die auch speziell vermarktet werden. Das gute Image der Schweiz, als Land mit intakter Umwelt, sauberer Luft und sauberen Böden, bietet da sicher Chancen zur Steigerung.

Verfügbarkeit: Der Apfel ist die einzige Frucht, die über das ganze Jahr aus der Schweiz verfügbar ist. Siehe Saisontabelle.

Lagerung zu Hause: Äpfel reifen zu Hause nach und sollten daher kühl gelagert werden. Durch die Senkung der Temperatur wird die Atmung der Früchte reduziert und der Abbau der Qualität verlangsamt. Achten muss man auf niedrige Temperaturen bei optimalen 4°C, hohe Luftfeuchtigkeit und eine gezielte Belüftung. Geeignete Orte sind dunkle Keller, frostsichere Garagen oder kühle Dachböden. Äpfel können auch in perforierte Plastiksäcke gepackt werden. Verwendet man unperforierte Säcke, dürfen sie nicht ganz verschlossen werden, weil so die Früchte ersticken und zu gären beginnen. Auch in Styroporboxen zur längeren Lagerung auf dem Balkon, im Estrich oder im Keller bleibt die Luftfeuchtigkeit höher. Für Selbstversorger, die ihre Äpfel im Keller in Hurden lagern, empfiehlt sich die Äpfel etwas vor der Essreife zu ernten.

Pflanzenschutz: Der Feuerbrand, eine bakterielle Pflanzenkrankheit, stellt für das Schweizer Obst eine latente Gefahr dar. Zu seiner Bekämpfung, wie auch zur Bekämpfung anderer Krankheiten und Schädlingen, die dem Obst zusetzen, ist der Einsatz von Pflanzenschutzmittel unerlässlich. Der Umgang mit dieser Thematik Pflanzenschutzmittel ist eine grosse Herausforderung. Egal, ob die Äpfel nach Biostandard oder herkömmlich angebaut werden. Pflanzenschutzmittel sind notwendig, wenn man die nachhaltige Ernährung mit Schweizer Äpfeln langfristig sichern will. Die Herausforderung besteht darin, die Anforderungen der Konsumenten und die Möglichkeiten der Produzenten in Einklang zu bringen. Der Einsatz von Pflanzenschutz ist eine Gratwanderung. Setzt man nämlich zu wenig ein, so besteht die Gefahr, dass die Äpfel bestimmten Krankheiten und Insekten schutzlos ausgeliefert sind. Obstproduzent Adrian Seeholzer, Besitzer von 16 000 Niederstamm-Apfelbäumen: «Es wäre toll für alle, wenn Sorten wie Golden oder Gala resistent gegen Pilzkrankheiten oder Schädlinge wären. Wichtig ist, dass man ständig weiter forscht. Aber da denken wir in Generationen, nicht in Jahren.» Bei Schweizer Obstproduzenten, die nach Swiss-Garantie-Standard anbauen, gilt die Devise, so viel Pflanzenschutz wie nötig und so wenig wie möglich einzusetzen. Hilfe kommt von der eidgenössischen Forschungsanstalt Agroscope. Sie liefert den Obstproduzenten etwa im Kampf gegen den Apfelschorf Krankheitsvorhersagen via Internet. Gemessen wird die Intensität des Sporenflugs.

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