Die Zukunft von Honig- und Wildbienen sichern

19.05.2016

Die Zukunft von Honig- und Wildbienen sichern

Die Plattform www.bienenzukunft.ch bietet konkrete, einfach umsetzbare Empfehlungen und entsprechende Hintergrundinformationen – zugeschnitten auf verschiedene Fachleute aus der Praxis.

Erstmals wird damit das aktuelle, relevante Wissen sowohl zu Honig- als auch zu Wildbienen auf einer Plattform gesammelt und einfach zugänglich gemacht. Zu Themen, die bisher nicht oder nur wenig dokumentiert waren – wie zum Beispiel dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Hobbygarten – , sind neue Merkblätter mit vertiefenden Informationen geschaffen worden.

Praktische Hilfe in Beruf und Hobby

Die Plattform stellt die Bienen ins Zentrum – sowohl die bekannten Honigbienen als auch die weniger bekannten über 600 Arten der Wildbienen, die für die Bestäubung mindestens ebenso wichtig sind. Die Plattform richtet sich an alle, die direkt oder indirekt etwas zu ihrer Gesundheit, ihrem Lebensraum und ihrer Vielfalt beitragen können.

Angesprochen sind neben den Imkerinnen und Imkern auch Fachleute aus Land- und Forstwirtschaft, Gärtnerinnen und Gärtner, Verantwortliche für Haus und Umgebung sowie für öffentliche Grünflächen wie Sportplätze, Parks, Firmenareale, Kiesgruben oder Bahnborde. Sie alle können auch mit kleinen Massnahmen den Lebensraum für Bienen wirkungsvoll verbessern – indem sie z.B. Wiesen nicht zu früh mähen, auf dem Balkon bienenfreundliche Pflanzen halten oder im Garten Nistplätze für Wildbienen bereitstellen. Jetzt erhalten sie auch praktische Hilfestellung für ihre berufliche Tätigkeit oder für das Ausüben ihres Hobbys. Weil die Plattform damit alle wesentlichen Akteure anspricht, regt sie an, Praxiswissen auszutauschen – und über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets hinauszuschauen.

Ziel: wesentliche Massnahmen umsetzen

Honig- und Wildbienen können mit vier Stossrichtungen von Massnahmen umfassend geschützt und gefördert werden. Nach diesen richten sich die Empfehlungen der Plattform:

  • Das Nahrungsangebot für Bienen erhöhen – z.B. Wiesen extensiv pflegen, Blühstreifen stehen lassen und bienenfreundliche Samenmischungen einsetzen.
  • Geeignete Niststrukturen für Wildbienen schaffen – z.B. an Waldrändern, im Kulturland und im Garten tote Bäume und Totholzbeigen belassen oder Sand- und Steinstrukturen anlegen.
  • Das Sterberisiko für Bienen vermindern – z.B. Pflanzenschutzmittel nicht oder nur mit Vorsicht einsetzen, zur richtigen Zeit und mit geeigneten Methoden mähen.
  • Gute Imkerpraxis pflegen – die geeignetsten Methoden kennen und sich kontinuierlich informieren und weiterbilden.

Die Empfehlungen zeigen konkrete Umsetzungsmöglichkeiten auf, geben praktische Tipps und weisen auf Chancen und Schwierigkeiten hin. Zu vielen Empfehlungen lässt sich das passende Hintergrundwissen direkt aus der Web-Bibliothek der Plattform abrufen.

Breit abgestützt, wissenschaftlich gesichert

Sowohl Produzentenorganisationen als auch Umweltverbände haben die Erarbeitung der Plattform und der ergänzenden Merkblätter begleitet. Erstmals haben sich damit wesentliche Interessengruppen, die in anderen Bereichen durchaus verschiedene Ziele verfolgen, zusammen für die Förderung der Bienen eingesetzt. Dazu gehören unter anderem der Schweizer Bauernverband, der WWF Schweiz, der Verband der deutschschweizerischen und rätoromanischen Bienenfreunde oder der Verein wildBee.ch. Ein wissenschaftlicher Fachbeirat hat die Inhalte geprüft und deren Richtigkeit und Relevanz sichergestellt. Er setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern wichtiger öffentlicher Forschungs-, Bildungs- und Beratungsinstitutionen.

Dialog in Gang setzen

Vielen Praxis-Fachleuten fehlten bisher einfach zugängliche, gesicherte Informationen – und oft auch das Bewusstsein für ihre Handlungsmöglichkeiten. Diese Lücke schliesst die Online Plattform, die seit Anfang Mai unter www.bienenzukunft.ch abrufbar ist. Die praxisbezogenen Informationen laden zum Handeln ein und schärfen die Wahrnehmung für die Bedürfnisse der Bienen.

Die Plattform zeigt zudem auf, wie in den unterschiedlichen Bereichen die Bienen gefördert werden können. Das soll den Dialog in Gang setzen und dazu animieren, Lösungen gemeinsam anzugehen.


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