Gut Kirschen essen mit eingepackten Bäumen

31.12.2025

Gut Kirschen essen mit eingepackten Bäumen

Feldrandtafel: Warum ein Netz? Wenn die Früchte am Baum oder die Pflanzen vor Hagel, Insekten oder Vögeln geschützt werden sollen, dann werden die Plantagen mit Netzen eingehüllt.

Warum werden Bäume verhüllt?

Zwischen Blüte und Ernte dauert es lange und es kann einiges passieren. Nach der Blüte werden deshalb die Obstanlagen mit Netzen überspannt und schützen die heranwachsenden Früchte gegen:

  • Regen und Hagel: Obstanlagen und insbesondere reifende Kirschen sind sehr empfindlich gegen Witterungseinflüsse. Sie platzen leicht auf und faulen.
  • Schädlinge: Insekten gelangen gar nicht erst in die Obstanlage, weswegen Pflanzenschutzmittel reduziert eingesetzt oder ganz weggelassen werden können.
  • Vögel

Können die Bienen dann noch arbeiten?

Die Schutznetze werden nach der Obstblüte über den Bäumen aufgespannt und beeinträchtigen die Arbeit der Bienen darum nicht. Nachdem die Früchte geerntet wurden, werden die Netze wieder geöffnet. Die Zeitspanne variiert je nach Witterung und Region, beträgt aber etwa drei Monate.

Schlüpft da nichts hindurch?

Je nach Art des abzuhaltenden Schädlings wählt man ein Netz mit entsprechender Maschenweite. Ein sicheres Verschliessen und die umgehende Reparatur von Schadstellen sind wichtig, da Schädlinge rasch eindringen und sich dann in der Kultur vermehren können. Eine intensive Überwachung ist auch unter dem Netz erforderlich.

Gibt es auch Nachteile?

Eine gute Licht- und Wasserdurchlässigkeit der Netze lassen der Pflanze das, was sie zum Wachsen braucht. Sollten Schaderreger in die eingenetzten Anlagen eindringen, besteht eine grosse Gefahr der schnellen Ausbreitung. Die Schädlinge sind dann ebenfalls vor extremen Witterungsbedingungen und natürlichen Feinden geschützt. Auch bedeutet das Einnetzen einen Mehraufwand für den Obstproduzenten sowie eine zeitlich begrenzte, optische Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Die Kirschessigfliege

Die ursprünglich aus Asien stammende und hierzulande invasive Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist innerhalb kurzer Zeit zu einer enormen Bedrohung für den Obst- und Weinbau in ganz Europa geworden. Kurz vor der Ernte legt sie mit Hilfe eines Stachels ein Ei in die Früchte. Die sich daraus entwickelnde Larve ernährt sich vom Fruchtfleisch und verwandelt es in eine breiige Masse. Die Bekämpfung ist schwierig, da der Schädling viele verschiedener Wild- und Kulturpflanzen befällt und sich schnell vermehren kann. Aufgrund der Gefahr von Rückständen dürfen zudem kurz vor der Ernte Spritzmittel nicht mehr eingesetzt werden. Die Obstanlagen werden zum Schutz vor der Kirschessigfliege deshalb nach Ende der Blüte mit besonders engmaschigen Netzen versehen.


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Mit Netzen gegen die Kirschessigfliegen

Die Kirschessigfliege (KEF) ist seit 2011 in der Schweiz. Mit Hilfe eines Stachels verletzen die Weibchen gesunde Früchte, um ihre Eier darin abzulegen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, welche sich durch das Fruchtfleisch fressen.

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