Jürg Hess ist neuer Verbandspräsident

07.04.2020

Jürg Hess ist neuer Verbandspräsident

Die 22. Delegiertenversammlung (DV) des Schweizer Obstverbandes (SOV) konnte aufgrund des Versammlungsverbots nicht auf ordentlichem Wege durchgeführt werden. Die Delegierten haben stattdessen die Anträge auf schriftlichem Weg beantwortet, allen statutarischen Geschäften zugestimmt und die neuen Funktionsträger gewählt. Der Thurgauer Obstproduzent Jürg Hess (55) aus Roggwil löst Bruno Jud nach achtjähriger Tätigkeit als Verbandspräsident ab.

Im Fokus der DV stand die Neubesetzung des Vorstands. Mit Jürg Hess konnte das Präsidium mit dem Wunschkandidaten des Vorstandes besetzt werden. Eines der Hauptziele werden für Hess in diesem Jahr die Bekämpfung der beiden extremen Agrarinitiativen sein. «Weiter möchte ich erreichen, dass wir die bewährte Regelung betreffend Grenzschutz erhalten können. Zudem ist mir wichtig, dass wir trotz aller Diskussionen rund um Pflanzenschutz und AP22+ kein neues, starres Regelwerk schaffen, das eine gute Schweizer Obst- und Beerenproduktion verunmöglicht. Wir werden auch in Zukunft unsere Kulturen schützen müssen. Die Forschung muss unbedingt gestärkt werden, damit wir praxistaugliche Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln haben», betont Hess. Der Förderung des Berufsnachwuchs, räumt der neue Präsident künftig eine noch wichtigere Rolle ein. Dank den neugewählten Mitgliedern Michael Artho, Adrian Seeholzer und Vinzenz Bütler erfährt der Vorstand eine starke Verjüngung. Als politische Vertreterin konnte die Genfer FDP-Nationalrätin Simone De Montmollin gewonnen werden. Die Önologin und Politikerin wird künftig die Interessen der Obstbranche im Parlament einbringen. 

Drei neue Ehrenmitglieder 

Der scheidende Präsident Bruno Jud stand dem Verband acht Jahre vor. «Als Unternehmer und Verarbeiter hat Bruno Jud die Entwicklung und die Modernisierung des Schweizer Obstverbandes stets vorangetrieben. Durch sein starkes Engagement, seine klaren Linien und seinem Unternehmergeist hat er die Obstproduktion und Obstverarbeitung unglaublich gestärkt», würdigt der Direktor Jimmy Mariéthoz die Verdienste von Jud. Mit einem Pionier in der Mostereibranche verlässt Ernst Möhl diverse Gremien beim Verband. «Dank seinem fundierten Wissen und seiner Weitsicht fand er grosse Akzeptanz. Seine Persönlichkeit war eine grosse Bereicherung für die Involvierten und die Branche», bilanziert Jimmy Mariéthoz. Bruno Pezzatti war 40 Jahre für den SOV tätig. Vor seiner Wahl in den Nationalrat amtete er als Verbandsdirektor und prägte die Weiterentwicklung des Verbands und des Schweizer Obstbaues massgeblich. Für ihre grossen Verdienste erhalten alle drei die Ehrenmitgliedschaft beim SOV.

Erstes Jahr für Direktor Jimmy Mariéthoz 

Jimmy Mariéthoz führt den Verband seit fast eineinhalb Jahren. Er schaut auf ein bewegtes Jahr 2019 mit vielen Projekten zurück: «Mit der neu erarbeiteten strategischen Zielsetzung wurde ein langfristiges und nachhaltiges Steuerungsinstrument für die Ausrichtung des Verbandes geschaffen. Zudem konnten die Ausgaben reduziert und die Finanzen konsolidiert werden. Aber auch im Thema Pflanzenschutz konnten wir Fortschritte erzielen». So wurden eine verbandsinterne Taskforce gegründet und die branchenübergreifende IG Zukunft Pflanzenschutz. Sie vereint Produzenten, Verarbeiter und Konsumenten mit dem Ziel, neue Anliegen rund um das Thema Pflanzenschutz aufzunehmen und umsetzbare Lösungen zu entwickeln. Gemeinsam mit economiesuisse wird die IG den Abstimmungskampf gegen die extremen Agrarinitiativen führen – dies in enger Koordination mit dem Schweizer Bauernverband, dessen Aktivitäten der SOV ebenfalls unterstützt. 

Das Jahr 2020 voller Herausforderungen 

Das Thema Pflanzenschutz wird die Branche auch im laufenden Jahr herausfordern. Einerseits mit der anspruchsvollen Umsetzung des Aktionsplans Pflanzenschutz, andererseits mit der Bekämpfung der extremen Initiativen. Zudem laufen die Arbeiten an der national abgestimmten Mehrwertstrategie: Obstproduzentinnen und Obstproduzenten sollen künftig noch nachhaltiger produzieren, etwa durch den Einsatz von Alternativen zu Pflanzenschutzmitteln oder Herbizid Ersatz. Der entstehende Mehraufwand der Produzenten soll durch den Markt abgegolten werden. 

Der SOV-Vorstand 2020‒2024 

Vorstand 

Jürg Hess, Roggwil TG (Präsident neu); Christian Consoni, Sursee LU; Luc Magnollay, Etoy VD; Xavier Moret, Martigny VS; Willi Staubli, Muri AG; Hansruedi Wirz, Reigoldswil BL; Michael Artho, Wittenbach SG (neu), Vinzenz Bütler, Wädenswil ZH (neu), Simone de Montmollin, Genf (neu), Adrian Seeholzer, Kleinwangen LU (neu) 

Vorstellung des Präsidenten und der neuen Vorstandmitglieder: 

Jürg Hess (55) führt in Roggwil TG ein Landwirtschaftsbetrieb mit rund 13 ha Tafelkernobst. Er ist seit 1993 in verschiedenen Gremien des SOV tätig. Er ist Sprecher Produktion des Produktzentrum Tafelkernobst. Seit 2012 ist er Vizepräsident im SOV-Vorstand. Er verfügt über viel Erfahrung, hat ein breites Netzwerk. Er ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

 

Michael Artho (41) ist Leiter Verkauf und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mosterei Möhl AG in Arbon TG. Der Betriebsökonom sammelte langjährige Erfahrung in diversen Verkaufs- und Geschäftsleitungspositionen in der Konsumgüter- und Getränkeindustrie. Er ist Vater von vier Kindern wohnt mit seiner Familie in Wittenbach SG. Im Vorstand wird er die Vertretung der Verarbeitung übernehmen.

Vinzenz Bütler (47) führt einen Obst- und Beerenbetrieb mit rund 8.5 ha Kern-, Stein und Beerenobst mit eigenem Hofladen und Lagerung in Wädenswil (ZH). Er ist seit 2010 Delegierter des SOV und Mitglied der BBK Obstbau und des FZ obstbauliche Aus- und Weiterbildung. Seit 2019 ist er Präsident der Berufsbildungskommission (BBK) und des Fachzentrums obstbauliche Aus- und Weiterbildung. Er ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen. 

Simone de Montmollin (51) ist seit mehr als zwanzig Jahren auf dem Gebiet des Weinbaus und der Önologie tätig. Die Önologe-Ingenieurin war in der Ausbildung und Forschung (FH Changins), in der Kommunikation für Agrarforschung (Agroscope) und als Selbstständigerwerbende bei technischen und wirtschaftlichen Fachverbänden beschäftigt. Heute ist sie Präsidentin des Verbandes Schweizer Önologen. Sie verfügt über eine langjährige politische Erfahrung und vertritt die FDP seit 2019 im Nationalrat. Zusammen mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern lebt sie auf dem Land im Kanton Genf. 

Adrian Seeholzer (50) führt ein Obstbaubetrieb in Kleinwangen (LU), mit rund 5.5 ha Kern- und Steinobst. Er ist seit 2004 Delegierter beim SOV und Mitglied in verschiedenen Gremien, unter anderem im Produktzentrum Tafelkernobst und im Fachzentrum für Ein- und Ausfuhr von Früchten. Er ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Töchtern. 


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