Kooperation von Schweizer Firmen und Landwirtschaftsverbänden zur Sicherung der Ernte 2020

24.03.2020

Kooperation von Schweizer Firmen und Landwirtschaftsverbänden zur Sicherung der Ernte 2020

Auf Initiative privater Unternehmer machen die Verbände Schweizer Obstverband (SOV) und Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) gemeinsam mit dem Schweizer Personalverleiher Coople einen wichtigen Schritt, um die Ernten 2020 zu sichern. Um die zahlreichen Reisebeschränkungen zu kompensieren, die als Reaktion auf die Ausbreitung von SARS-CoV-2 erlassen wurden, sollen Arbeitskräfte aus anderen Branchen über die Personalverleihplattform von Coople als Erntehelfer gewonnen werden.

Das Problem fehlender Erntehelfer und damit die Sicherung der Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit heimischen Obst- und Gemüse-Erzeugnissen hat sich in den vergangenen Wochen aufgrund der zunehmenden Reisebeschränkungen in Europa akzentuiert. Bilder leerer Supermarkt-Regale haben die Schweizerinnen und Schweizer verunsichert. Es entstand der falsche Eindruck, die Schweiz könnte die Versorgung mit frischem Obst und Gemüse nicht gewährleisten. 

Parallel zueinander haben die Spitzen der zwei Verbände SOV und VSGP deshalb nach Lösungen gesucht, wie die nötigen Arbeitskräfte während der Phase der Einschränkungen zur Bekämpfung von SARS-CoV-2 rekrutiert werden können. Die heute vorgestellte Kooperation basiert auf der Initiative privater Unternehmer aus dem Gastro- und Landwirtschaftsbereich und baut insbesondere auf Arbeitskräfte aus der Gastronomie und Hotellerie, die aufgrund der bundesrätlichen Beschlüsse derzeit nicht in ihrem gewohnten Bereich arbeiten können. 

Martin Jucker, Mitgründer der Jucker Farm AG: «Die Jucker Farm ist seit langer Zeit sowohl Landwirtschafts- als auch Gastrounternehmen. Zudem arbeiten wir schon einige Jahre sehr erfolgreich mit Coople zusammen, um einen Teil unserer Mitarbeiter zu rekrutieren. Es lag für uns also nahe, diese drei Elemente zu einem innovativen Lösungsansatz zu verknüpfen: Coople dreht den Spiess um und statt Personal für Events und Gastronomie bereitzustellen, bringen sie die Leute aus diesen Branchen nun zu uns in die Landwirtschaft. Ich freue mich sehr, dass wir diese Lösung nun umsetzen können. Damit sorgen wir dafür, dass die landwirtschaftlichen Produkte in die Märkte gelangen, wo die Endkunden sie dann wie gewohnt finden werden.» 

«Wir sind überzeugt, dass sich diese neue Lösung zur Deckung des Personalbedarfs im Obst- und Gemüsebau rasch verbreitet und wir wissen, dass sich viele Personen für diese Jobs interessieren», sagt Viktor Calabrò, Gründer und Verwaltungsratspräsident von Coople stellvertretend für die beteiligten Partner der neuen Kooperation. «Um die Attraktivität dieser Jobs kurzfristig noch weiter zu erhöhen, muss der Lohn stimmen. Wir erwarten deshalb vom Bund, dass er die notwendigen Massnahmen trifft, um die Löhne in der Landwirtschaft während dieser Ausnahmesituation marktgerecht zu subventionieren. So könnten auch die aktuell 315 000 Personen, die von Kurzarbeit betroffen sind, von dieser neuen Kooperation besser profitieren. Coople ist in der Lage, die Abrechnung zu übernehmen.»

Auf der Plattform von Coople sind über 300 000 flexible Arbeitskräfte in der Schweiz registriert. Viele von ihnen arbeiten zu dieser Jahreszeit in der Regel in der Gastronomie und bei Events. Die digitale Plattform von Coople ermöglicht es, diese Arbeitnehmer schnell und ohne grossen bürokratischen Aufwand in andere Sektoren wie die Landwirtschaft zu vermitteln. 

Matija Nuic, Direktor des Verbandes Schweizer Gemüseproduzenten: «Die Bereitstellung von frischem Gemüse für die Schweizer Bevölkerung hat höchste Priorität. Es geht dabei um die Versorgungssicherheit der Schweiz. Viele Gemüsegärtner meldeten sich bei uns, dass ihre Arbeitskräfte nicht in die Schweiz einreisen können. Aus diesem Grund haben wir angefangen nach Lösungen zu suchen, bevor sich die Situation weiter zuspitzt. Ich freue mich sehr, dass wir mit der Partnerschaft zwischen den Verbänden und Coople nun eine vielversprechende Lösung gefunden haben.»

Jimmy Mariéthoz, Direktor SOV: «Jedes Jahr tragen mehrere tausend saisonale Arbeitskräfte in der Schweiz dazu bei, unsere Kulturen zu pflegen und Früchte und Beeren zu ernten. Durch die aussergewöhnliche Situation in diesem Jahr mussten wir schnell eine innovative Lösung finden, um die inländische Bevölkerung mit besten Schweizer Früchten und Beeren versorgen zu können.» 

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Interessierte landwirtschaftliche Betriebe können sich hier anmelden. Das Team von Coople wird sich schnellstmöglich mit ihnen in Verbindung setzen. Weitere Informationen stehen auf der Webseite https://go.coople.com/obst-und-gemuese zur Verfügung. 

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Initianten und Partner der Kooperation 

Jucker Farm AG 

Wir verbinden seit 20 Jahren Landwirtschaft mit Genuss und Erlebnis. Vom Anbau über die Verarbeitung bis zum Direktverkauf in den Hofläden, den Hof-Restaurants und an Events. Das ist Jucker Farm. 

Schweizer Obstverband 

Der Schweizer Obstverband (SOV) setzt sich für die Interessen der Obstbranche ein. Ziel des nationalen Branchenverbandes sind gute Rahmenbedingungen für die Produktion und die Verarbeitung. Der SOV vertritt die Interessen der rund 13 000 Akteure der Obstbranche gegenüber Behörden, weiteren Berufsverbänden und der Öffentlichkeit. Wichtige Dienstleistungen sind: Brancheninformation, Absatzförderung einheimischer Früchte und Obstprodukte, Aus- und Weiterbildung. 

Verband Schweizer Gemüseproduzenten 

Der Verband Schweizer Gemüseproduzenten (VSGP) ist seit 1932 die Berufsorganisation der Schweizer Gemüseproduzentinnen und -produzenten. Er vertritt die Interessen aller Frisch-, Lager- und Verarbeitungsgemüseproduzenten, unabhängig von ihrer Produktionsweise. Für seine 2000 Mitglieder engagiert er sich stark in den Bereichen Markt, Politik, Berufsbildung, 

Anbau, Kommunikation und Marketing, um die Positionierung von Schweizer Gemüse zu stärken. www.gemuese.ch 

HotellerieSuisse 

HotellerieSuisse versteht sich als Kompetenzzentrum für die Schweizer Beherbergungsbranche und vertritt als Unternehmerverband die Interessen der innovativen und nachhaltigen Beherbergungsbetriebe der Schweiz. Seit 1882 steht HotellerieSuisse gemeinsam mit seinen über 3000 Mitgliedern, davon rund 2000 Hotelbetriebe, für eine qualitätsbewusste und vorausschauende Schweizer Beherbergungswirtschaft. Allein die klassische Hotellerie, als standortgebundene Exportbranche und Rückgrat des Tourismus, erwirtschaftet einen jährlichen Umsatz von über 7,5 Mrd. Franken und beschäftigt knapp 80 000 Mitarbeitende. Die Mitgliederbetriebe von HotellerieSuisse verfügen über zwei Drittel des diesbezüglichen Schweizer Bettenangebotes und generieren damit rund drei Viertel der entsprechenden Logiernächte. Als Dachverband von 13 regionalen Verbänden ist HotellerieSuisse in allen Landesteilen und Sprachregionen präsent und beschäftigt rund 100 Mitarbeitende. 

Two Spice 

Die Two Spice Gruppe ist ein kreatives, innovatives Gastronomie- und Lifestyle- Unternehmen aus Zürich, in derer Ideenschmiede seit über 30 Jahren verschiedene Betriebskonzepte und Brands entwickelt werden. Mittlerweile zählen über zehn Restaurant-Marken, eine Weinhandlung und eine international tätige Trading- Unternehmung zur Gruppe. Marc Saxer & Daniel Kehl: «Von Beginn weg war es für uns ein wichtiges Anliegen, Gastronomie auf professionellem Niveau zu betreiben. Dennoch sollten sich alle, sowohl der Gast als auch das Team, in einem ungezwungenen Ambiente wohlfühlen. Diese Mischung aus Qualitätsstreben und lebendiger Gastronomie hat unsere Betriebe seit jeher geprägt.» 

Rathgeb Bio Rathgeb Bio ist ein Produktions- und Dienstleistungsbetrieb in Unterstammheim und hat sich auf den biologischen Anbau von Gemüse und Kartoffeln spezialisiert. Zusammen mit regionalen Familienbetrieben hat er das Ziel die Konsumenten mit frischen Produkten zu versorgen. Knackig, gsund, bio…logisch 

Erik Hämmerli / Bederhof Seit 2005 führt Erik Hämmerli das Restaurant Bederhof im Zürcher Enge-Quartier. Der Bederhof folgt dem Slow Food-Konzept und setzt auf eine Karte mit gutbürgerlicher Küche. 2011 übernahm er mit Partnern das Restaurant Fischstube am Zürichsee. Erik Hämmerli ist an verschiedenen Gastrounternehmen beteiligt und erteilt Kochkurse. 

COOPLE 

Seit der Gründung in Zürich im Jahr 2009 hat sich Coople mit über 400 000 registrierten 

Mitarbeitern und 20 000 registrierten Unternehmen zu Europas grösster Plattform für flexible Personallösungen entwickelt. Das Unternehmen unterstützt Firmen aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie, Einzelhandel, Aviatik, Logistik, Events und Promotion sowie aus dem Kaufmännischen Sektor bei der Stellenbesetzung. Seit 2016 ist Coople auch in Grossbritannien tätig, seit 2020 in den Niederlanden. 

Mit weiteren potentiellen Partnern der Kooperation werden Gespräche geführt. 

Medienkontakte 

Jucker Farm AG | Martin Jucker, Mitgründer, martin.jucker@juckerfarm.ch, 079 344 11 20 

Schweizer Obstverband | Christian Schönbächler, Leitung Marketing/Kommunikation christian.schoenbaechler@swissfruit.ch, 041 728 68 70 

Verband Schweizer Gemüseproduzenten | Markus Waber, Stv. Direktor / Bereichsleiter 

Kommunikation/Marketing/Berufsbildung, markus.waber@gemuese.ch, 031 385 36 23. 

HotellerieSuisse | Patric Schönberg, Leiter Kommunikation, media@hotelleriesuisse.ch, 031 370 41 40 

Two Spice | Stefan Schmid, Leiter Marketing & Kommunikation, stefan.schmid@twospice.ch, 044 577 58 58 

Rathgeb Bio | Walter Koch, walter.koch@rathgeb-bio.ch, 079 666 24 49 

Bederhof | Erik Hämmerli, erik.haemmerli@bederhof.ch, 079 428 26 11 

Coople | Annette Burgard, VP Marketing, annette.burgard@coople.com, 044 554 50 00 


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