Natürliche Wachsschicht auf einheimischen Äpfeln

04.12.2018

Natürliche Wachsschicht auf einheimischen Äpfeln

Die Blätter der im fernen Osten beheimateten Lotusblume sind immer sauber. Jeder Wassertropfen perlt ab und nimmt dabei Schmutzpartikel mit. Die Blume gilt deshalb in Asien als Symbol für Reinheit. Doch nicht nur der Lotus schützt sich durch eine spezielle Haut. Ein wachsartiger, öliger Überzug wird auf allen Blättern und Früchten als natürlicher Schutz vor Wasserverlust und Schaderregern gebildet.

Sogar in der Industrie werden diese pflanzenähnlichen Strukturen genutzt um Autos, Scheiben und Textilien vor Schmutz und Nässe zu schützen. Bei Äpfeln entwickeln sie sich je nach Sorte unterschiedlich stark. Für uns fühlen sich deshalb die Apfelsorten Jonagold und Granny Smith ein wenig schmierig an. Wenn ein Apfel überreif ist oder im Warmen lagert, wird diese Schicht ebenfalls stärker.
Vor allem bei glattschaligen Sorten wie Gravensteiner tritt im Laufe der Lagerung ein Ölfilm auf. Bei Boskoop und Cox Orange besteht die Wachsschicht nur aus einzelnen Plättchen wodurch sie matt erscheinen und sich kaum fettig anfühlen. In der Schweiz ist diese Wachsschicht jedoch immer natürlich und kann ohne Bedenken verzehrt werden. Künstliches Wachsen ist hierzulande nicht erlaubt. Wer die fettige Konsistenz nicht mag, kann die Früchte einfach unter heissem Wasser abwaschen oder mit einem Küchentuch abreiben.

Dies trifft nicht unbedingt auf importiertes Obst zu. Bei Äpfeln wird die Schutzschicht vor dem Verkauf entfernt und durch eine «schönere» Wachsschicht aus anderen Stoffen ersetzt. Laut EU-Richtlinie ist die Nachbehandlung mit Stoffen wie Bienenwachs, Carnaubawachs und Schelllack erlaubt.
Bienenwachs ist als Tierprodukt nicht vegan und Schelllack ist zudem nicht vegetarisch, da er von und aus Lackschildläusen produziert wird.

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