Regionale Lebensmittel massiv verteuern?

25.03.2021

Regionale Lebensmittel massiv verteuern?

Eine breite Allianz von Verbänden aus der gesamten Wertschöpfungskette lancierte heute den Abstimmungskampf gegen die extremen Agrar-Initiativen. Sowohl die Trinkwasser- als auch die Pestizidverbots-Initiative gefährden die regionale Produktion und verteuern regionale Lebensmittel, die Importe steigen und der Umwelt ist nicht gedient. VertreterInnen von Konsumenten, des verarbeitenden Gewerbes, der Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenproduzenten sowie der Gärtnereien verdeutlichen beim Kampagnenauftakt die breite Betroffenheit und die negativen Auswirkungen der Initiativen.

Am 13. Juni findet die Abstimmung über die Trinkwasser- und Pestizidverbotsinitiative statt. Die extremen Agrar-Initiativen sind schädlich für die gesamte Schweizer Wirtschaft. Da Produzentinnen und Produzenten ihre Kulturen ohne Pflanzenschutzmittel nicht mehr gegen Krankheiten und Schädlinge schützen können sinkt das Angebot an regionalen Produkten und die Preise steigen. Inländische Lebensmittel würden sich stark verteuern, Food Waste und Einkaufstourismus würden spürbar zunehmen. Produzentinnen und Produzenten, Konsumentinnen und Konsumenten, Schweizer Lebensmittelproduzenten und -Verarbeiter, Gewerbe, Gastronomie und KMU tragen den Schaden. Darüber hinaus schwächen die Initiativen den Innovations- und Forschungsstandort Schweiz. 

Breite NEIN-Allianz 

Aufgrund der breiten Betroffenheit setzen sich die Verbände der IG Zukunft Pflanzenschutz (Verband Schweizer Gemüseproduzenten VSGP, Schweizer Obstverband SOV, JardinSuisse und SCFA) gemeinsam für ein doppeltes Nein ein. Die Kampagne wird unterstützt vom Wirtschaftsdachverband economiesuisse, dem Schweizer Konsumentenforum kf, der Schweizerischen Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor SALS sowie Vitiswiss. Gemeinsam vereinen sie Vertreter aus zahlreichen Branchen, darunter die Gemüse- und Obstproduzenten und -verarbeiter, die Gartenbauer und Zierpflanzenproduzenten, Konsumentenorganisationen, den Handel und die Gastronomie beziehungsweise die Hotellerie. 

An der Medienkonferenz zur Lancierung des Abstimmungskampfes erklären Vertreter entlang der gesamten Wertschöpfungskette, weshalb die Initiativen klar abzulehnen sind: 

- Bruno Witschi, Präsident Swiss Convenience Food Association (SCFA): „Die Initiativen sind radikal und haben negative Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft. Die Qualität des Angebots sinkt und die Verknappung lässt die Preise für Schweizer Nahrungsmittelverarbeiter und -hersteller explodieren. Viele KMU werden dadurch in ihrer Existenz bedroht.“ 

- Simone de Montmollin, Nationalrätin FDP (GE) und Vorstand Schweizer Obstverband: „Bereits heute wird viel getan, um Umwelt, Wasserqualität und Mensch zu schützen. Die extremen Agrar- Initiativen verkennen diese Fortschritte und verhindern kontinuierliche Innovation.“ 

- Hannes Germann, Ständerate SVP (SH) und Präsident Verband Schweizer Gemüseproduzenten: „Die extremen Agrar-Initiativen haben gravierende Auswirkungen auf die Gesamtwirtschaft: Sie gefährden die Existenz von Produzenten schweizweit und schaden dem verarbeitenden Gewerbe sowie Konsumenten massiv.“ 

- Babette Sigg, Präsidentin Schweizerisches Konsumentenforum kf und Präsidentin CVP-Frauen Schweiz: „Die Initiativen sind kontraproduktiv: Sie verteuern Lebensmittel, fördern Food Waste und Einkaufstourismus und verhindern Innovation beim Pflanzenschutz.“ 

- Marianne Maret, Ständerätin der Mitte (CVP VS): „Die Initiativen gefährden die Lebensmittelsicherheit, die Tiergesundheit und die regionale Produktion. Höhere Lebensmittelpreise und umweltschädigender Einkaufstourismus sind die Folge.“ 

- Christoph Mäder, Präsident economiesuisse: „Beide Initiativen schiessen weit übers Ziel hinaus. Mehr Nachhaltigkeit erreichen wir nicht mit brachialen Verboten und Vorgaben, sondern mit Innovationen und gesundem Menschenverstand.“ 

- Olivier Mark, Präsident JardinSuisse und IG Zukunft Pflanzenschutz, Vorstand Schweizer Gewerbeverband (SGV): „Gärtner lieben die Natur. Sie können Ihnen einen natürlichen Garten anlegen aber müssen ihre Pflanzen manchmal mit den richtigen Produkten behandeln, um sie zu schützen. Stellen Sie sich die Folgen für die Umwelt vor, wenn der Gärtner in Ihrem Dorf seine Arbeit einstellen müsste!.“ 

Zum Nachschauen hier der Link zum Youtube-Kanal mit der Aufzeichnung der Medienkonferenz vom 25. März: https://www.youtube.com/channel/UC5rfmUNf0Cm-2j1889NeeNw/featured


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