Schädling im Obstbau: Kirschessigfliege

31.12.2025

Schädling im Obstbau: Kirschessigfliege

Feldrandtafel: Warum ein Netz? Die Kirschessigfliege (KEF) ist seit 2011 in der Schweiz. Mit Hilfe eines Stachels verletzen die Weibchen gesunde Früchte, um ihre Eier in ihnen abzulegen. Aus den Eiern schlüpfen die Larven, welche sich durch das Fruchtfleisch fressen. Befallene Früchte werden faul und somit ungeniessbar.

Gefährdet sind alle reifen Beeren und Früchte, darunter vor allem Erd-, Him-, Brom- und Heidelbeeren sowie Kirsche, Pfirsich und Aprikose.
Die Bekämpfung des Schädlings ist schwierig und mit viel Aufwand verbunden. Er vermehrt sich schnell, und seine Larven sind in den reifen Früchten gut geschützt.

Die wichtigsten Schutzmassnahmen und flankierenden Massnahmen, welche die Produzenten erfolgreich umsetzen:

  • Einnetzung verhindert die Einwanderung der Fliegen und ist momentan die sicherste Methode zur Befalls Vorbeugung.
  • Den Populationsaufbau der KEF möglichst früh im Jahr verhindern bzw. dämpfen indem ihr möglichst wenige Vermehrungsmöglichkeiten geboten werden. (Hygienemassnahmen, Erntemanagement, Massenfang).
  • Die Kulturen werden überwacht, um zu wissen, ob sie von der KEF befallen sind (Überwachung, Befallskontrolle).
  • Die Bekämpfung mit den zugelassenen Pflanzenschutzmitteln, wenn die KEF in der Kultur vorhanden sind, ist nur als ergänzende und Notfall-Lösung gedacht. Priorität haben alle oben aufgeführten Massnahmen.

Das Jahr 2014 zeigte leider, dass bei hohem Befallsdruck gefährdete Kulturen nur schwer gegen die Kirschessigfliege zu schützen sind. Die Obst- und Beerenbranche hat deshalb eine Task Force ins Leben gerufen. Ziel ist es, mit allen Akteuren aus Praxis, Handel, Beratung, Vollzug und Forschung neue Bekämpfungsansätze im Steinobst- und Beeren-Anbau sowie im Rebbau zu entwickeln. Die Forschung mit der Unterstützung der Beratung prüft die Wirksamkeit vorbeugender Massnahmen sowie die Schutzwirkung von Netzen und anderen künstlichen Barrieren.
Der Massenfang im Beerenanbau wird weiter optimiert und abgeklärt, ob diese Technik auch bei Steinobst und Trauben nützt. Des Weiteren wird der Wirkungsgrad von Köderverfahren getestet, um den Schädling mittels eines Lockstoffs gezielter zur Aufnahme von Insektiziden zu bewegen. Langfristig möchte die Branche aber auch den Einfluss natürlicher Gegenspieler wie etwa kleiner Schlupfwespen erhöhen. Durch die Initiative von Produzenten und in enger Zusammenarbeit mit der Beratung, Forschung und Handel, wurden diese wirkungsvollen Methoden möglich gemacht. Es gibt jedoch noch viel zu tun – gemeinsam wachsen wir zusammen.

All das soll mithelfen, gemeinsam mit der Praxis die aktuellen Bekämpfungsstrategien zu verbessern und neue und nachhaltigere Methoden zu finden, um den Appetit der Kirschessigfliege auf Obst zu bremsen.


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