Statt Brennkirschen, Industriekirschen produzieren

18.06.2020

Statt Brennkirschen, Industriekirschen produzieren

In den vergangenen drei Jahren landeten grössere Mengen Industriekirschen in den Maischentanks der Brennereien. Dieses Jahr sieht es anders aus. Die Brenner fordern die Produzenten auf, die Brennkirschen dieses Jahr in den Industriekanal zu liefern.

Das PZ Destillate hat an der Sitzung 8. Juni die diesjährige Brennkirschen-Ernte auf 3500 Tonnen geschätzt. Die Bäume sind in einem sehr guten Zustand und der Behang ist sehr gut. Die Brennereien haben nach den beiden guten Ernten von 2018 und 2019 und dem tieferen Absatz aufgrund der Corona-Pandemie nun die Spirituosen Lager voll. Anders als in den Vorjahren ist der Markt gesättigt und die Brenner wollen nicht die gesamte Ernte zum Produzentenrichtpreis abnehmen. Sie fordern die Produzenten auf, die Brennkirschen als Industriekirschen zu verkaufen.
 
Bei den Industriekirschen wurde eine Ernte von 500 Tonnen geschätzt, dieser steht einem Bedarf von 700 Tonnen gegenüber. Der Ausschuss Industriekirschen weisst darauf hin, dass bei den In-dustriekirschen die Qualität sehr hoch sein muss, damit sie verarbeitet werden können. Vorausset-zungen sind eine gute Festigkeit, eine Grösse zwischen 18-23 mm und allem voran, dürfen die Früchte nicht von Schädlingen befallen sein. Für von Hand gepflückter Ware besteht eine gewisse Nachfrage. Sollten Brennkirschen den Normen für Industriekirschen entsprechen, können die Produzenten gerne in Kontakt mit den Abnehmern für Industriekirschen treten. Die fehlenden 200 Tonnen Industriekirschen können das Problem kaum lösen, entscheidend wird das Wetter während der Ernte und der Befall der Kirschessigfliege sein.

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