24.06.2026Politik, Verband

Rückblick auf die Sommersession 2026

Vom 1. bis zum 19. Juni 2026 fand die Sommersession der eidgenössischen Räte statt. Das Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten und den Mercosur-Staaten wurde im Nationalrat erstmals debattiert und hat dabei hohe Wellen geschlagen. Mit der parlamentarischen Initiative Bregy oder Digiflux wurden weitere relevante Geschäfte diskutiert und verabschiedet. Für die Schweizer Obst- und Beerenbranche fielen die Entscheide insgesamt positiv aus. Die wichtigsten haben wir für Sie zusammengefasst:

Der Nationalrat lehnt Mercosur-Abkommen ab
Die Skepsis zum Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Staaten und den Mercosur-Staaten überwog in der grossen Kammer. Mit 96 zu 86 Stimmen bei neun Enthaltungen lehnte der Nationalrat das Abkommen ab. Mit mehreren Anträgen zu Umweltanliegen sowie Ausgleichsmassnahmen für die Landwirtschaft versuchten sowohl die Gegner als auch Befürworter des Abkommens, das Geschäft mehrheitsfähig zu machen. Alle Anträge wurden abgelehnt. Nun hat in der Herbstsession der Ständerat zu entscheiden, wie es mit dem Geschäft weitergeht.

Parlamentarische Initiative Bregy vom Parlament angenommen
Nach einer über dreijährigen Debatte wurde das Geschäft 22.441 am 19. Juni in den Schlussabstimmungen von beiden Räten angenommen. Zum Schluss diskutierte man hin und her über die Begrifflichkeiten «Produkt» und «Wirkstoff». Auch wenn die angenommene Fassung der parlamentarischen Initiative keine vollständige Harmonisierung mit der EU-Zulassung darstellt, tragen die Massnahmen sicher dazu bei, den Prozess in der Schweiz zumindest näher daran heranzuführen und ihn ein Stück weit zu entkrampfen.

Grenzwertkriterien für Pflanzenschutzmittel in Gewässern angepasst
Das Parlament spricht sich für ein realistisches Gewässerschutz-Monitoring aus. Mit den angepassten Kriterien soll eine bessere Balance zwischen Gewässer- und Pflanzenschutz erreicht werden. Der Nationalrat stimmte mit 127 zu 64 Stimmen dem Entwurf des Ständerats der Motion Müller (24.4589) zu.

Digiflux: Ständerat streicht die Mitteilungspflicht für Nährstoffe
Der Ständerat hat die parlamentarische Initiative Stark (25.451) sowie die Standesinitiative des Kantons Bern (25.305) mit 20 zu 19 Stimmen bei fünf Enthaltungen knapp angenommen. Beide Vorstösse haben eine Vereinfachung der Datenerfassung via Digiflux für die Landwirtschaft zum Ziel. Mit der Annahme der beiden Vorstösse streicht der Ständerat die Mitteilungspflicht für Nährstoffe, was die landwirtschaftlichen Betriebe administrativ entlasten sollte. Das Geschäft wird als nächstes im August in der WAK-N vorberaten.

Offenverkauf von Früchten und Gemüsen wird wieder vereinfacht
Wer seine Früchte und Gemüse offen einkauft, muss künftig an der Waage nicht mehr angeben, in welchem Gebinde es gekauft wird und das Gewicht nicht mehr abziehen. Für Beutel, die nicht schwerer als zwei Gramm sind, soll eine Ausnahme vom Netto-Prinzip gemacht werden. Der Ständerat nahm die Motion von FDP Nationalrätin Daniela Schneeberger oppositionslos an, nachdem der Nationalrat der Motion bereits in der Wintersession 2025 zugestimmt hatte. Auch der Bundesrat unterstützt die Wiedereinführung dieser Ausnahmeregel.

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